Blöderweise interessiert mich Fußball ungefähr genauso viel wie Football, Eishockey oder Skiweitlangspringlauf.

Den Wettkampf von Hobby-RC-Car-Fans finde ich deutlich interessanter als den Formel1-Zirkus.
Ich war aus persönlichen Gründen mal zu Berliner Vereins-Schwimmwttkämpfen, das war hoch interessant, bis auf die van Almzicke, Madam Hochnase. Sobald vom Sport etwas kommerzialisiert wird heben die Betroffenen oft ab und rein sportlich wird das ganze uninteressant bzw. zur Farce.
Fußball auf dem Wohngebitsbolzplatz ist für mich zwar nicht unbedingt hoch interessant, aber wenn ich sowas beim Spaziergang mit Muttern sehe bleib ich schon mal paar Minütchen stehen und gucke zu - das ist wesentlich interessanter und macht mehr Spaß als die Spiele der Profiversager der Aktiengesellschaften mit Lizenz zum Menschenhandel.
Sowas wie Superbowl oder die Box-Mega-Events haben für mich nichts mit Sport zu tun und sollten als Dauerwerbesendung deklariert werden - da gugg ich mir lieber die "WOK-WM" oder dergleichen an, obwohl das auch Kommerz ist, aber irgendwie lustiger, weil ohne die bzw. nicht nur mit den sogenannten Sportprofis. Wenn ein Calmund durch die Bobbahn bricht oder eine völlig unbekannte Schauspielerin vom 5-Meter-Brett ins Wasser plumst ist das für mich mehr Sport als die eingekauften Stürmer einer sogenannten Fußballmannschaft (die sind mehr Schauspieler als so manche Schauspieler).
Das drumherum der letzten Fußball-WM, die großen Feiern, wo Gegner zusammen die Spiele geschaut und auf den Straßen gefeiert haben, das hatte für mich mehr mit Sport zu tun als die zusammen gekauften "Mannschaften" auf den Spielfeldern. Aber für die Verkäufer von Weltmeisterbroten, Weltmeisterbieren und ähnlichem Dünnschiss habe ich schon kein Verständis mehr, und die, die diesen Dünnschiss für teures Geld kaufen, haben mein aufrichtiges Mitleid. Bei Schals, Mützen, Trikots und so ist das wieder durchaus was anderes, nur sind die Preise zum Teil völlig daneben. Aber die Clubs wollen eben Kohle sehen, also kostet das Shirt 2,50 Euro und das recht, den Namen eines Fußballclubs da drauf zu pappen, die restlichen 27,50 Euro.
Warum eigentlich spielen bei der großen Fußballweltmeisterschaft nur Männermannschaften, während die Frauenwettkämpfe mit schöner Regelmäßigkeit unter ferner Liefen gurken? Warum finden die Männer- und Frauen-WM nicht zur selben Zeit in den selben Stadien und mit der selben Medienpräsens statt? Warum laufen die Paralympics irgendwann hinter den Olympischen Spielen hinterher, obwohl die Paralymics teilweise deutlich mehr Leistungen von den Sportlern abverlangen? Man faselt von Sportlichkeit, Integration, Miteinander und Antidiskriminierung - nur ist im heutigen medial verbreitetem Sport davon nichts zu sehen.
Interessant fand ich bei der ARD-Übertragung des Superbowls, wie die medizinischen Folgen dieses "Sports" aussehen: Die Krüppel, welche mal Sportprofis waren, der Konsum von reichlich Schmerzmitteln und und und.
Gibt es eigentlich einen Superbowl der Frauen?

Oder sollte man einem gewissen Sportbeauftragten von Pro7 (ja dem, der Frauenboxen auch fürs TV populär gemacht hat, nachdem der von einer Frau vermöbelt wurde) diese Flausen mal in die Birne pieksen?
Achja, und Curling finde ich tatsächlich durchaus interessant, aber es reicht auch nicht aus, dass ich dafür bis in die Puppen wach bleibe oder mir das drei Stunden angucke.
Das einzige, was mich bei den diesjährigen Olympischen Winterwerbeverkaufsveranstaltungen interessieren wird, dürfte das Abschneiden der Jamaikanischen Bobmannschaft sein - aber auch nur, welchen Platz die schaffen, angucken werd ich mir das wohl eher nicht.
Und auch wenn es heute nicht zu glauben ist

, ich hab selber mal Fußball gespielt. Ist lange her, war zu Schulzeiten und eigentlich nur deshalb, weil es plötzlich Pflicht wurde, dass sich jeder Schüler in einer Arbeitsgemeinschaft oder einem Verein zu tummeln hat. Mangels Auswahlmöglichkeiten bin ich eben beim Fußball gelandet - und ich war gar nicht mal so schlecht als Verteidiger.